Grüße von Moosi

Ich habe hier die Ehre, die neuesten Neuigkeiten unseres Exil-Mitbewohners Moosi zu veröffentlichen. Vielleicht fühlt sich dadurch ja jemand angeregt, etwas über unsere Zwischen-MitbewohnerIN zu schreiben oder diese wenigstens kurz vorzustellen (naja, ich bezweifele es ja, dass das vor Moosis Wiedereinzug noch was wird …). Hanna

Guten Tag meine lieben Freunde in der fernen Heimat,

nach nahezu vier Wochen seit meiner Abreise komme ich nun erstmals dazu, mehr als das Nötigste nach Deutschland zu kommunizieren. Vielen Dank einstweilen für die vielen E-Mails und sonstigen Nachrichten, die ich mit Freude und Aufmerksamkeit gelesen und baldigst auch beantworten werde. Doch zunächst einige Zeilen über den Verlauf meines Auslandssemesters. Am Montag, den 01.September sind wir morgens zu viert im Moosmeierschen Partybus gen Süden aufgebrochen: Meine Maus Lizzy und die beiden werten Studienkollegen Jannis und Ben ergänzten meine Wenigkeit zum Quartett. Am Abend des ersten Reisetages machten wir Halt an einem Campingplatz im Ardèche-Tal im Süden Frankreichs, wo am zweiten Reisetag eine genussvolle Kanutour in wunderschöner Landschaftlicher Umgebung auf dem Programm stand. Am Mittwoch dann absolvierten wir den Rest der Anreise und kamen abends in Zaragoza an; dort fanden wir glücklicherweise auch recht schnell einen Campingplatz, der unsere Erwartungen gar übertraf und wo wir uns deshalb auch einquartierten. Der Donnerstag galt der groben Erkundung der Stadt und am Freitag konnte die muntere Wohnungssuche beginnen. Diese gestaltet sich hier recht dankbar aufgrund zahlreicher Aushänge auf dem Universitätsgelände, sowie eines vielgenutzten Internetsystems mit „Anzeigen für Jugendliche“. Während Jannis und ich uns noch einen spanischen Handytarif besorgten, hatte Ben bereits beim ersten Anruf eine Wohnung gefunden, was sehr zu unserem Vorteil war, wie sich später noch herausstellen sollte. Ich durfte noch eine Woche meine spanische Konversation im Präsens im üben, bis ich schließlich eine sehr schöne WG gefunden hatte, die meinen Ansprüchen genügt und deren Ansprüchen auch ich genüge. Von dort sind es etwa 20 Minuten zu Fuß sowohl zur Uni, als auch ins Zentrum, was vielleicht etwas suboptimal, jedoch kein Beinbruch ist. Hier lebe ich nun mit einem tschechischen Paar und einem Venezuelaner. Alle drei sind mir überaus sympatisch und ich freue mich sehr auf die fünf kommenden Monate in der WG. Nach meinem Einzug in die
Wohnung besuchten wir gleich am darauffolgenden Tag die Expo, die hier in letzter Zeit die vollste Aufmerksamkeit der Stadt auf sich gezogen und hohe Zuschüsse zum Ausbau der Infrastruktur mit sich gebracht hatte. Dies war sehr interessant, es gab viel zu sehen, das Thema lautete „Wasser“. Mittlerweile war übrigens der 18.September. Am Wochenende dann brach ich mit Lizzy noch einmal an die MIttelmeerküste für eine Woche Strandurlaub auf, den wir beide sehr genossen. Nach dem Wochenende unserer Rückkehr nach Zaragoza begann dann am vergangenen Montag, den 22.09. hier das Semester. Von der Universität sind wir alle ziemlich begeistert, der Unterricht gleicht ein wenig dem, was wir aus der Schule kennen, nur mit kleineren Klassen. In meiner größten Veranstaltung sitzen 33 Personen, in meiner kleinsten 4, durchschnittlich sind es 13,2, wobei ich noch keine meiner wirtschaftswissenschaftlichen Veranstaltungen besuchen konnte, da mich derzeit der Intensivkurs Spanisch doch sehr in Anspruch nimmt. Dieser dauert täglich 4 Stunden und bringt enorm viel. Angereist bin ich ja ohne jegliche Kenntnis einer Vergangenheit und das tut beim erzählen und unterhalten doch sehr weh. Jetzt ist es schon viel besser, das Spanisch steigert sich täglich und dies genieße ich sehr. Die Sprachbarriere brökelt langsam, jedoch sicher. An der Universität ist Spanisch kaum ein Problem, alle Kurse sind gut verständlich, vielleicht auch aufgrund des eher niedrigen mathematischen Niveaus. Vergangenen Dienstag sind dann meine Eltern per Flugzeug eingetroffen, um sich 2 Tage die Stadt und meine Bleibe anzusehen und gestern, Freitag schließlich samt Lizzy und Auto gen Deutschland zu fahren. Seit heute genieße ich nun mein erstes Wochende als spanischer Student und bin froh, endlich wieder ausschlafen zu können, da ich ja unter der Woche von 9-20 Uhr an der Universität bin und deshalb nur eher wenig schlafen kann. Soweit zum Stand der Dinge, um meine gesamten Eindrücke zu schildern, könnte ich wohl ein Vielfaches an Seiten füllen. Generell genieße ich die Zeit hier sehr, alles ist sehr spannend, ich fühle mich sehr wohl unter den Spaniern und hier in der Großstadt. Alles ist etwas anders und sehr schön. Mir geht es sozusagen richtig gut und ich bin bester Dinge, hier mehr als nur einen Sack voller Erfahrungen für den weiteren Verlauf meines Daseins mitzunehmen.

Herzliche Grüße aus Zaragoza,

Johannes

~ von hanna87jhej am Oktober 30, 2008.

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